Kolumne in der Kolumne, in der Kolumne
Euch ist sicherlich aufgefallen, dass meine Januar-Kolumne ausgeblieben ist. Krankheitsbedingt habe ich es einfach nicht geschafft. Daher dachte ich mir, ihr bekommt nicht gleich zwei, sondern drei auf einmal. Anlässlich der bevorstehenden Wahl habe ich für mein neues Format „Reden am Tresen – Unser Altdorf“ (eine Interviewserie, die auf YouTube veröffentlicht werden soll) die Bürgermeisterkandidaten am Tresen im Anker interviewt. Mein Gedächtnisprotokoll habe ich neben der eigentlichen Kolumne in die Texte einfließen lassen. Lest selbst.
„Früher war alles besser“ oder
Kühe an die Macht oder
Eva, die Kuhflüsterin
Evas bunte Welt … Letztens bin ich über die Schlagzeile „Tierische Intelligenz: Kluge Kärntner Kuh verblüfft Wissenschaftler“ gestolpert. Ich war neugierig. Was kann die Kuh, dass sie uns Menschen ins Staunen bringt?
Sie kratzt sich mit dem Besen. Das eine Ende im Mund fährt sie sich damit über ihren Rücken und noch so manch anderes kann sie. „Ein Verhalten, das man bisher nur von Menschen und Schimpansen kannte“, heißt es auf science.orf.at.
Das Video hierzu ist noch lustiger als die Beschreibung. Die Kuh sei in einem Lebensumfeld, anders als andere Kühe, aufgewachsen. Eher wie ein Haustier als ein Zuchttier.
Ich liebe die Welt der Worte und frage mich, was Intelligenz genau bedeutet. Wann ist jemand oder etwas intelligent?
Dass Intelligenz nicht nur am IQ messbar ist, sondern auch andere Formen, wie die soziale Intelligenz, war mir bewusst. Beim Recherchieren stieß ich auf die Theorie der multiplen Intelligenz von Howard Gardner. Diese beinhaltet neun Intelligenzen und ist noch dazu offen für Erweiterung (Dorsch: Lexikon der Psychologie). Diesen Gedanken fand ich spannend.
Bei dem Begriff Intelligenz muss ich auch sofort an die KI denken, die Künstliche Intelligenz. Es scheint so, als gäbe es das eine Lager, das alles nur noch mit Chat GPT macht und das andere, das die KI am liebsten verbannen würde, weil die Angst bestünde, dass sie uns Menschen den Rang abläuft. Viele sehnen sich nach dem einfacheren Leben von früher.
Früher war alles besser. ist ein Satz, der mir aktuell oft begegnet. Aber warum macht uns die KI und alles, was sie mit sich bringt, so Angst? Und war früher wirklich alles besser?
Ich selbst habe diesen Satz früher oft verwendet und mich auch anfangs noch vehement gegen jeglichen technischen Fortschritt gewehrt.
Heute bin ich da schon viel offener und habe durchaus erkannt, dass der Fortschritt zum einen manchmal nicht aufhaltbar ist und noch dazu notwendig und in allem Negativen immer auch ein positiver Effekt steckt.
Aussagen wie „Die Technik könne ja auch mal versagen“, „Früher hat es ja auch ohne funktioniert“ oder „die KI übernimmt bald die Macht“ schnappe ich in letzter Zeit oft auf. Ich betrachte das ganze Thema KI auch sehr skeptisch und sehe viele Gefahren darin. Letztlich bleibt man selbst auf der Strecke und schließt sich aus, wenn man sie ganz boykottiert. Was man aber durchaus machen kann, ist, sich damit auseinanderzusetzen. Hinterfragen, verstehen lernen, wie diese Intelligenz funktioniert. Gerade im bildungstechnischen Bereich sehe ich es als große Notwendigkeit, dass die Erziehungsberechtigten und Lehrpersonen gekonnt mit den digitalen Medien umgehen können, um gerade der nächsten Generation einen vernünftig ausbalancierten Umgang damit beizubringen. Aber das nur am Rande.
Ich für meinen Teil merke, dass ich mir immer häufiger denke: „Hat derjenige das selbst gemalt oder geschrieben?“ Ist das Video echt? Ich glaube, es bringt unsere Vorstellung dieser Welt einfach durcheinander. Was ist echt? Was ist nicht echt? Was kann man noch glauben? Es schafft Misstrauen. Und Misstrauen löst Unmut aus.
Während ich dies schreibe, stelle ich erschrocken fest, dass es mich ja auch von der anderen Seite betreffen könnte. Glaubt ihr mir noch, dass ich meine Kolumne selbst schreibe? Meine Texte bei Lesen am Tresen aus meiner Feder stammen? Mein Buch aus meinen eigenen Hirngespinsten entstammte?
Ich kann hier nur darauf vertrauen, dass ihr meinen Schreibstil kennt und die KI diesen nicht nachahmen kann. Aber irgendwie ein komischer Gedanke, dass mein geistiges Gut angegriffen werden könnte.
Und auch hier bin ich nicht alleine. Wie viele Künstler betonen, dass dies ohne KI erstellt wurde. Im Gegenzug wird es im beruflichen Büroalltag zum neuen Usus, Chat-GPT-Mails oder Ähnliches vorformulieren zu lassen, wie mir mittlerweile schon mehrfach berichtet wurde. Es scheint in einem Bereich okay zu sein, die KI für sich arbeiten zu lassen, und in einem anderen weniger.
In Hongkong gibt es einen KI-Avatar, der Einstein simuliert und Vorlesungen an der Uni hält. Ich als großer Einstein-Fan war von der Vorstellung zuerst entzückt, endlich Einstein „treffen“ zu können, musste dann aber im nächsten Moment an den „Einstein-Roman“ von David Chorjewitz denken: „Das Abenteuer des Denkens“. Ich brauche gar nicht nach Hongkong zu reisen, um dieses Vergnügen zu haben. Ich habe eine große Fantasie, die mich in so manch lustige Situation führt. Und noch dazu die Welt der Bücher, die einen in Welten entführen kann. Das Abenteuer des Denkens. Das ist es für mich. Ich möchte nie aufhören, neben der modernen Technik, das Selberdenken zu praktizieren.
So wie heute kaum einer noch im Kopf rechnet, hat sich der Taschenrechner über die Jahrzehnte unser mathematisches Hirn zu eigen gemacht. So sehe ich auch die Gefahr mit der KI. Man gibt nach und nach, anfangs vielleicht noch wenig, von seinen eigenen Denkimpulsen ab. Die eigene Fähigkeit, Lösungen zu finden. Die eigene Intelligenz arbeiten lassen. Wo das doch auch so viel Spaß macht. Versteht mich nicht falsch. Ich will die KI nicht verbannen. Vielmehr sehe ich es mittlerweile so, sie in unser multiples Intelligenzmodell zu integrieren und kritisch zu hinterfragen, wann es gut für uns ist, sie anzuwenden, und wann wir vielleicht einfach mal selbst denken sollten. Und auch wenn mal was daneben geht, ist es nicht genau das? Es immer und immer wieder zu versuchen und mit dem eigenen Lernprozess zu wachsen. Und auch mal offen zugeben zu können: „Ja, das habe ich nicht gut gemacht, aber beim nächsten Mal mache ich es besser.“
Ich denke nicht, dass früher alles besser war. Aber viele Werte von früher könnten heute wieder etwas mehr Bedeutung finden und wir könnten mit uns selbst und unserem Gegenüber wieder etwas sanfter ins Gericht gehen.
Ich für meinen Teil überlege, mir jetzt eine Kuh zuzulegen. Ich würde sie Einstein nennen. Vielleicht schaut sie sich bei mir ja das Schreiben ab, dann kommt in Zukunft „Marktplatzgeflüster – Einsteins bunte Welt“ raus und ich kann in aller Seelenruhe Eisessen am Marktplatz und muss mir keine Gedanken mehr darüber machen, dass meine kreative Intelligenz in Frage gestellt werden könnte.
Also nicht wundern, wenn ihr mich demnächst auf dem Marktplatz mit tierischer Begleitung antrefft. 🙂
Post Skriptum 1:
In allem steckt ja irgendetwas Positives. So suche ich auch hier das Positive. Ich muss an ein Beispiel denken: WhatsApp. Lange habe ich es boykottiert, konnte mich aber aus verschiedenen Gründen nicht länger ohne es in dieser Welt bewegen. Wie oft habe ich gehört, dass es gerade der älteren Generation die Teilhabe am familiären Leben auf eine moderne Art und Weise ermöglicht. Enkel, die der Oma Bilder von ihren Erlebnissen schicken. Bilder und Videos von ihren Urenkeln erhalten und sie so neben realen Treffen teilhaben lassen. Welch Freude dies bringt. Und das mit dem so verrufenen WhatsApp. Vielleicht müssen wir das mit der ganzen KI-Thematik genauso machen? Sie nicht als Ersatz denken, sondern als Zusatz.
Wenn die Kamera aus ist
Drei Menschen – drei Wege – für unser Altdorf
„Moment, wir kommen gleich“, riefen meine Cousine und ich als kleine Kinder, wenn einer in der Familie eine Diggi-Cam zückte. Wieso? Wir hatten vor rund 20 Jahren ein Album für Oma und Opa erstellt. Alle fünf Enkel wurden darauf in schicken Kleidern, witzigen Formationen und bunten Kostümen abgelichtet. Ein riesen Spaß und super lustige Erinnerungen sind dort entstanden. Und seitdem dachten meine Cousine und ich wohl, jetzt wird immer geshootet, wenn jemand die Kamera rausholt. In den letzten Jahren habe ich erkannt, dass eigentlich die Bilder am schönsten und am authentischsten sind, bei denen wir gar nicht merken, dass wir fotografiert werden. Manchmal ganz schön schwer, wenn wir nicht Antje Wiech heißen, so ein wirklich echtes Bild von einem zu schießen. Ich weiß nicht, was da bei uns Menschen passiert, dass wir irgendwie, wenn die Kamera auf uns gerichtet ist, das Gefühl haben, nicht komplett wir sein zu können. Vielleicht kennt ihr das auch? Mir selbst fällt es auch schwer, in der ganzen Welt von Insta und CO. wirklich authentisch zu bleiben. Ich habe mir daher die Regel auferlegt, alle Videos wirklich nur einmal zu drehen, auch wenn es dann am Ende nicht perfekt ist. Aber wer legt eigentlich fest, was perfekt ist? Ist es nicht viel schöner ein Video zu sehen, das nicht perfekt gedreht wirkt, wo auch mal was daneben geht, wo man einfach einen Menschen wie dich und mich sieht? Also ich sehe mir solche Videos viel lieber an. Damit kann ich mich mehr identifizieren als mit diesen Videos, in denen irgendjemand perfekt geschminkt, mit hundert Filtern irgendetwas absurd außergewöhnlich Tolles macht. Meistens fühle ich mich danach eher traurig, weil irgendein Teil in mir sich auch nach diesem Perfektionismus sehnt. Aber woher kommt dieses Verlangen nach diesem Perfektionismus? Wann hat es aufgehört, dass wir gut genug so sind, wie wir sind, einfach nur, weil wir Wir selbst sind?
Hinter Evas Vorhang
Ich kann euch gar nicht sagen, was in den letzten Wochen los war. Ich glaube, ich möchte einfach mal ganz ehrlich erzählen, was so hinter den Kulissen abgeht. Montag wollte ich das Handtuch werfen. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich dachte, ich bin einfach nicht gut genug für das, was ich da so mache. Ich wollte mein neues Format herausbringen: Reden am Tresen – unser Altdorf. Eine Interviewserie, die unser Altdorf, unseren Marktplatz abbildet. Ich will die Menschen interviewen. Ihre Familiengeschichte zeigen, all das, was da so in den Häusern schlummert, was sich so in den letzten Jahrzehnten dort abgespielt hat, das, was die Menschen außen vielleicht gar nicht mitbekommen. All das soll als Video auf meinem YouTube-Kanal rauskommen und irgendwann auch als verschriftlichte Portraits in einem Magazin. Irgendwie kam dann die Anfrage, ich könne doch in dem Zuge gleich die Bürgermeisterkandidaten interviewen. Ja klar, könnte ich das. Ich rede ja mit vielen Menschen am Marktplatz, bekomme viel mit, das passt gut mit rein. Also tat ich das. Weg von dem, was ich sonst so mache, mit Lesen am Tresen und Co., war das schon was ganz schön anderes. Wenn die Politik ins Spiel kommt, schwingt irgendwie gleich eine ganz andere Nuance mit. Ich mag es, mich aus der Komfortzone zu bringen, und habe mich schon lange vom Perfektionismus gelöst, was nicht heißt, dass ich mich nicht versuche, gut vorzubereiten und einen schönen Rahmen zu schaffen. Daher habe ich mich über die letzten Monate darauf vorbereitet. Anfangs dachte ich noch: „Oh, da musst du jetzt deine alten Politikbücher rausholen.“ Bis ich erkannte: „Nein, ich will ja nicht als Politikexpertin auftreten, sondern als Bürgerin, die Fragen von den Bürgern an die Bürgermeisterkandidaten stellt.“ Also löste ich mich auch davon. Ich versuchte, mich in die Gespräche zu versetzen, welche ich so zahlreich am Marktplatz hatte. Was bewegt die Bürger wirklich? Welches Thema kam oft auf? Anhand dessen konzipierte ich meine Fragen und natürlich sollte auch eine kleine Prise Eva miteinfließen. So war es endlich so weit. Das erste Interview stand an. Am Abend davor packte mich nochmal die Panik. Gedanken wie: „Allmächd, spinnst du eigentlich? Wer will das eigentlich von dir hören?“ schwirrten mir durch den Kopf. Aber ich beruhigte mich. Ich hatte mittlerweile so viel Vertrauen in mich und wusste Perfekt muss es nicht sein, es muss nur authentisch sein und auch Spaß machen. So marschierte ich in den Anker, mit meinem Semi-Equipment und Karteikarten im Gepäck. Es verlief echt gut. Anfangsnervosität wurden durch mein Gegenüber, meine mittlerweile doch schon gesammelten Erfahrungen und natürlich vielleicht das Seidla schnell gedämpft. Das Gespräch lief toll. Mein Gegenüber und ich waren zufrieden. Am nächsten Tag dann das zweite Interview, welches mich beflügelte, weil ich merkte, so schlecht stellte ich mich gar nicht an und noch viel mehr: Es lief so, wie ich es mir erhofft hatte. Der Mensch hinter der Politik, hinter dem Plakat zeigte sich ein wenig. Genau das sollte es ja sein. Politik etwas greifbarer machen. Nach dem letzten Interview war ich erstmal geschafft, aber auch super erleichtert, und versuchte, alles für mich zusammenzufassen. Ich ließ die Gespräche während der Kamera Revue passieren. Das gefiel mir, weil man bei allen Kandidaten ihr Herz, ihre Intention raushören konnte, aber was mir mehr auffiel, waren die Gespräche abseits der Kamera. Das ließ mich nicht los. Ich hatte von Anfang an nicht geplant, eine Gegenüberstellung der Fragen und Antworten zu machen. Ich bin ja auch keine Journalistin, noch dazu ist das nicht meine Eva-Art. Also versuchte ich, mir zu überlegen, wie ich das, was ich wahrgenommen hatte, als die Kamera aus war, wiedergeben kann. Das ist gar nicht so einfach. In meinem Kopf erscheint es mir ganz klar. Ich saß nach den Interviews noch lange am Tresen. Was genau will ich denn mitteilen? Was genau wollt ihr hören?
Sinn war es, den Menschen zu zeigen. Und genau das habe ich sehen dürfen, genau dann, als die Kamera aus war, am stärksten und natürlichsten. Versteht mich nicht falsch. Die Videos sind keine Darstellungen, das will ich damit nicht sagen. Aber es liegt irgendwie in unserem Naturell, sobald die Kamera läuft, eine gewisse Haltung anzunehmen, der eine mehr, der andere weniger. Aus Nervosität, Gewohnheit oder anderen Gründen. Als die Kamera aus war, fiel automatisch die Anspannung ab. Die Haltung wurde natürlicher, die Gespräche leichter. Auch bei mir. Immer dann, wenn die Kamera läuft, immer dann, wenn ich am Tresen sitze und vorlese, verfalle auch ich in die Rolle der Lese-Eva. Das hat man auch bei den Kandidaten gemerkt. Deshalb war es sehr schön und spannend, zu sehen, was außerhalb der Kamera passiert. Mit jedem einzelnen Kandidaten habe ich vor oder nach dem Interview noch ein wenig geplaudert. Jeder Einzelne hat mir noch ein wenig mehr Einblick in sein Privates Ich gegeben. Bei jedem konnte ich irgendwann genau raushören, was ihn antreibt. Ob es die Familie, die Traditionsverbundenheit oder der Mensch und die Natur sind. Jeder der Kandidaten ist mit Leib und Seele dabei, daran interessiert, unser Altdorf weiterhin so wundervoll gedeihen zu lassen. Und das durfte ich deutlich raushören. ALTDORF. Alle haben ihr Herz hier. Das war schön zu sehen.
Was auch mitschwang, war der Überdruss des langen Wahlkampfes. Jeder der vor mir sitzende Kandidat schien mir den 08.03.26 sehnlichst herbeizuwünschen. Endlich „wirklich“ loslegen zu dürfen.
Worüber ich nach den Gesprächen auch viel nachgedacht habe, ist, dass es ganz schön viel Mut und Aufopferung braucht, sich für so ein Amt aufstellen zu lassen. Wie viel Zeit investiert werden muss und das in der Öffentlichkeit stehen, scheint mir sehr herausfordernd. Ich kenne das nur aus meiner kleinen Künstler-Rolle. Aber wie eingangs erwähnt, wenn es um Politik geht, weht ein ganz anderer Wind. Man wird automatisch verantwortlich gemacht für dies und jenes, was entschieden wird. Was in Altdorf passiert, muss sich rechtfertigen, Stellung nehmen, kann das ein oder andere Thema vielleicht manchmal einfach nicht mehr hören, weil man es bereits zum Überdruss diskutieren musste. Soll perfekt sein, aber auch ehrlich und authentisch. Irgendwie alles können, für alles eine Lösung parat haben, die dann aber auch allen zusagt. Und so weiter und so fort.
Wir, die Bürger, haben mit dem Bürgermeister jemanden, der für uns Verantwortung übernimmt. Was aber, wie ich finde, nicht bedeuten sollte, uns ganz aus der Verantwortung zu ziehen und was es auch nicht bedeuten sollte, dass immer alles richtig gemacht werden kann. Vielmehr ist es für mich der Umgang innerhalb dieser Fehlerkultur. Denken, handeln, resümieren, dazu stehen, wenn es etwas hätte besser laufen können und es beim nächsten Mal besser machen.
Ich hatte den Eindruck, egal welcher Kandidat am Ende das Amt innehalten wird, wird es aus voller Überzeugung und nicht aus Eigennutz, sondern für unsere Stadt machen. Ich bin sehr gespannt, wie es ausgehen wird und wie es für unser Altdorf weitergeht. Danke an der Stelle für das Vertrauen und die Gespräche!
Ach ja, nochmal zurück hinter meinen Vorhang:
Nachdem die Videos im Kasten waren, hatte ich riesige Probleme mit der Technik. Es hat mir fast über eine Woche und einen kompletten Speicher voll kostbarer Nerven gekostet. Warum ich euch das erzähle? Ganz einfach, ich hatte die Woche wirklich mit mir zu kämpfen. Auch wenn ich für das Technik-Debakel vielleicht nicht wirklich etwas konnte, hätte ich hier und da Dinge etwas anders, etwas besser planen und arrangieren können. Irgendwann habe ich mich entspannt und musste über mich und alles nur noch lachen. Ich bin in das Vertrauen gegangen, dass jeder, der meine wahre Intention sehen will, mir auch kleine Fehler und den mangelnden Perfektionismus verzeihen wird. Ich bin ja auch nur ein Mensch und das ist es, was wir etwas mehr brauchen. Menschen, die Fehler machen dürfen.
„Ich schämte mich, als ich erkannte, dass das Leben eine Kostümparty war und ich mit meinem echten Gesicht erschien.“
– Franz Kafka –
Meine frühere Chefin hat immer gesagt: „Es menschelt.“ Daran muss ich oft denken. Oft habe ich den Eindruck, dass man, ob als Politiker, Künstler, Mutter oder Vater, immer in eine Rolle gedrängt wird. So muss man sein, so muss es funktionieren. Ob diese Rolle aus den gesellschaftlichen Erwartungen erwächst oder von uns selbst auferlegt ist, sei mal dahingestellt. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die eine offene Fehlerkultur zulässt und pflegt. In der es okay ist, sich nicht perfekt zu zeigen und über sich selbst zu lachen und in der man versucht, gemeinsam an einem Strang durch diese wilde Welt zu gehen. Wichtig ist doch immer, dass man sieht, dass der Wille zur Veränderung und Verbesserung da ist.
Letztendlich sind es nicht die Fehler, sondern Erfahrungen, die man sammelt und aus denen man für Zukünftiges Schlüsse zieht.
Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn immer alles gleich perfekt hinhauen würde. Zu lachen hätten wir auch weniger. Und das können wir alle, finde ich, gut gebrauchen.
Post Skriptum 2:
Auf dem Bild zu sehen: eine gute Freundin, ein nicht ganz einen Tag altes Kalb auf dem Weg in sein neues Zuhause. Wir als beruhigende Begleitpersonen. Kurz darauf hat sich die Kuh, wahrscheinlich aus Angst, dann auf mir erleichtert. Ich glaube, ich überlege mir das nochmal mit der Kuhflüsterin und bleibe lieber beim Schreiben.
Zu den Interviews:
https://www.youtube.com/@EvaMikeska/videos
Eva Mikeska lebt in der Stadt, die sie liebt: in Altdorf b. Nürnberg. Außerdem liebt sie das Schreiben und das Lesen und veröffentlicht hier großartigerweise ihre Kolumne Marktplatzgeflüster.
Ihr erreicht sie bei Ideen, Anregungen und Fragen unter hallo@evamikeska.de und bei Instagram.


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