Nachdem ich bereits über ein neues ökologisches Wohnquartier geschrieben habe, möchte ich mich jetzt mit dem Thema Gewerbe beschäftigen. Menschen brauchen Arbeitsplätze und Städte brauchen Steuereinnahmen. Aber gleichzeitig müssen wir alles tun, um unsere Umwelt und das Klima zu schützen. Es gilt also, einen Kompromiss zwischen Ökologie und Wirtschaft zu finden.

In Altdorf sind in der Vergangenheit immer wieder Unternehmen abgewandert, weil sie keine geeigneten Gewerbegrundstücke vor Ort finden konnten. Prominentestes Beispiel ist der Umzug der Zippel AG nach Berg. Und um unsere Infrastruktur zu erhalten und wenn möglich langfristig auszubauen, ist die Stadt aber auf Gewerbesteuereinnahmen auch von neuen Unternehmen angewiesen. Deswegen halte ich es für dringend nötig, schnell neue Gewerbegebiete zu erschließen. Im Flächennutzungsplan sind einige Gebiete dafür vorgesehen, aber fertige Bebauungspläne dafür gibt es noch nicht.

Darum schlage ich einen neuen -und zwar ökologischen!- Gewerbepark zwischen Altdorf und Ludersheim vor. Der Standort verfügt über eine ortsdurchgangsfreie Zufahrt zur Autobahn und zwei S-Bahn-Anschlüsse.

Im Bebauungsplan würde ich Punkte wie Flachdach- und Fassadenbegrünung vorschreiben (wie eigentlich schon an der Südumgehung vorgeschrieben, aber erstaunlicherweise von fast allen ignoriert. Infos dazu und zu Gründächern siehe hier), aber auch Niedrigenergiebauweise und vielleicht sogar Photovoltaik und Solarthermie.

Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur senkt die Kosten für die einzelnen Unternehmen, fördert die Vernetzung und erhöht die Attraktivität des Gewerbeparks auch für Mitarbeiter. Dazu gehören z.B. ein zentrales Parkhaus mit E-Ladestationen für Autos und Fahrräder, eine öffentliche Grünfläche mit hoher Aufenthaltsqualität (evtl. mit Café/Restaurant) für die Pause von Mitarbeitern, evtl. ein Blockheizkraftwerk aber auch z.B. Wärmespeicher zur Speicherung und Nutzung von Abwärme aus Produktionsprozessen oder überschüssiger Energie aus Solarthermie. Um maximale Synergien in diesem Öko-Gewerbepark zu erreichen, wäre der Einsatz eines „Gewerbepark-Managers“ sinnvoll, der im Rathaus als Schnittstelle zwischen den Unternehmen, der Verwaltung, der Politik und der Bevölkerung dient und die Gesamt-(Öko?)-Bilanz und Weiterentwicklung des Parks im Blick hat und das Unternehmensnetzwerk steuert.

Und wenn schon Flächenversiegelung, dann bitte möglichst effizient. Es sollte also auch mehrgeschossige Bauweise vorgeschrieben werden, um die Fläche maximale zu nutzen.

Ich bin überzeugt davon, dass es immer mehr Unternehmen gibt, die die Ökologie sehr ernst nehmen und auch als Wettbewerbsvorteil erkennen und dafür evtl. etwas höhere Kosten gern in Kauf nehmen. Gerade die Unternehmen, die „grün“ denken, sind auch attraktiv für anspruchsvolle, hochqualifizierte Mitarbeiter. Solche Unternehmer und Mitarbeiter wünsche ich mir für Altdorf.

Mein Ziel wäre es, Altdorf zum Standort Nummer Eins für ökologisch- und zukunftsorientiert denkende Unternehmen und Menschen im Nürnberger Land zu machen! Altdorf kann mehr! 🙂

Euer optimistischer und mit Freude in die Altdorfer Zukunft blickender
Christian Lamprecht

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