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Photovoltaik und begrünte Dächer ab sofort für städtische Gebäude

Besser spät als nie: am 25.03.2021 beschloss der Stadtrat der Stadt Altdorf, neue städtische Gebäude grundsätzlich mit Photovoltaik und begrünten Dächern zu planen. Nur in begründeten Ausnahmefällen soll darauf verzichtet werden. Außerdem sollen die bestehenden Gebäude der Stadt überprüft werden, ob eine Nachrüstung mit Photovoltaik möglich und sinnvoll ist und falls ja, soll nachgerüstet werden. Es ist ein wichtiger Schritt für mehr Umweltschutz und vor allem mehr Klimaschutz.

Update:
In der ersten Version dieses Artikels kritisierte ich Werner Merkel (Stadtratsmitglied der CSU) für seine Ablehnung des Antrags (alle anderen Stadträte -auch die seiner eigenen Fraktion- stimmten aus guten Gründen zu). Aber nach dem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, möchte ich darauf verzichten, ihn dafür zu kritisieren. Ich teile seine Meinung nicht und finde auch seine Argumentation nicht schlüssig. Aber natürlich ist es sein Recht, anders zu entscheiden. Davor, dass er seine Meinung auch gegen Widerstand vertritt, habe ich Respekt.

Dem Antrag von FDP / Team Altdorf stimmte der Stadtrat mit großer Mehrheit (23:1) nach ausführlicher Diskussion zu. Ich bin sicher, dass es sowohl ökologisch als auch ökonomisch vorteilhaft für die Stadt ist, Solarenergie zu nutzen. Und auch Gründächer leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Begründung des Antrags gibt es hier.

Zum Artikel im Boten am 06.04.2021 möchte ich zu Werner Merkels Ausführungen aber Stellung nehmen. Er begründet seine Ablehnung des Antrags damit, dass Strom ins Netz einspeisen der Stadt nichts bringe, dass die Verwaltung mit einer Überprüfung der vorhandenen Gebäude überfordert sei und wörtlich: „Mir widerstrebt es, dass Stadträte und Bürgermeister sich gegen Stromtrassen aussprechen, teure Rechtsanwälte einschalten und gleichzeitig einen Ausbau der Solarenergie fordern, ohne die Notwendigkeit von Speichern zu erwähnen, das passt nicht zusammen.“. Er selbst hätte das Thema „Stromspeicherung“ natürlich ansprechen und konstruktiv in den Beschluss einbringen können. Hat er aber nicht.

Keinen dieser Gründe führte er in der Stadtratssitzung an. Und keiner dieser Gründe spricht gegen den Beschluss. Die Stadt braucht in vielen Gebäuden selbst sehr viel Strom, vor allem tagsüber, wenn die PV-Anlagen Strom produzieren. Und falls nicht, können optionale Stromspeicher selbstverständlich überschüssigen Strom speichern. Natürlich muss dafür ein vernünftiges Konzept erstellt werden und zwar von Fachleuten. Diese müssen auch die vorhandenen Gebäude überprüfen, das ist keine Aufgabe der Stadtverwaltung. Zu einem solchen Konzept werden wahrscheinlich auch städtische Elektrofahrzeuge gehören. Mit einer (im Beschluss genannten) Kooperation mit den Stadtwerken Altdorf kann übrigens auch die Netzeinspeisung von überschüssigem Strom wirtschaftlich sinnvoll werden.

Christian Lamprecht

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