„Weltweit sinkt die Hemmschwelle für rassistische Worte und Taten. Wir brauchen eine Offenheit für Vielfalt, die uns verbindet und stark macht.“ Mit diesen Worten erklärt Anke Trautmann als Sprecherin der Seebrücke Altdorf das Anliegen von Interkulturellen Wochen. Auf Anregung der Initiative Seebrücke Altdorf haben auch in Altdorf religiöse Gemeinden und soziale Gruppen gemeinsam ein breites Angebot für Begegnungen, Information und thematische Auseinandersetzungen im Rahmen von regionalen Interkulturellen Wochen entwickelt.

Die Lokalgruppe der Seebrücke hatte sich im September 2018 gegründet, als Teil einer europaweiten Bewegung gegen die zunehmende Unmenschlichkeit an Europas Außengrenzen. Die Gruppe setzt sich ein für die Achtung von Menschenrechten. Nach verschiedenen Aktionen in Altdorf suchte sie jetzt einen weitergehenden Zusammenschluss mit anderen Gruppierungen in Altdorf, die sich für Menschlichkeit einsetzen. Einen bewährten Rahmen bilden die „Interkulturellen Wochen“ (IKW), die bereits 1975 von der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie begründet worden sind. Mitgetragen werden sie von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. In über 500 Städten werden rund 5.000 Veranstaltungen durchgeführt.

Das Programm der Interkulturellen Wochen in Altdorf im Oktober beginnt am 3.10.2019 ab 15.00 Uhr mit dem „Bunten Fest“ im Ankergarten, einer Begegnung für Menschen verschiedenster Herkunft. Es folgen Filmvorführungen mit humorvollen, aber teilweise auch gleichzeitig bitter-ernsten Geschichten: Am 9.10.2019 um 19.30 läuft im Evangelischen Haus „Nur wir drei gemeinsam“; Kheiron, französischer Komiker und Regisseur, erzählt die Geschichte der Flucht seiner Eltern mit ihm als zweijährigem Kleinkind, aus ihrer Heimat Iran nach Frankreich. Am 25.10.2019 um 20.00 (Einlass ab 19.00) zeigt die Filmgruppe des Bürgertreffs „Almanya“ – eine einfallsreiche Komödie, die satirisch und mit liebevollem Augenzwinkern deutsch-türkische bzw. türkisch-deutsche Vorurteile und Klischees aufs Korn nimmt, um letztlich eine lebbare multikulturelle Identität zu feiern.

Den Einstieg zu den Informations-Veranstaltungen bildet eine Führung zum Tag der Offenen Moschee in der Altdorfer Islamischen Moschee am 3.10.2019 um 10.00. Am 18.10.2019 um 19.30 folgt eine Podiumsdiskussion im Betsaal/Wichernhaus zum Thema „Das Sterben an Europas Außengrenzen – ein kommunales Thema?!“ mit hochkarätigen Fachleuten zum Thema Flucht und gesellschaftliche Verantwortung. Zugesagt haben: Michael Buschheuer (Gründer der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye), Gülseren Demirel (Grüne, MDL, Sprecherin für Flucht, Asyl und Migration), Dr. Stephan Dünnwald (Sprecher des bayerischen Flüchtlingsrat) und Armin Kroder (Landrat Nürnberger Land, FW). Die Moderation hat Prof. Alexander Jungkunz, Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten. Unter der Überschrift „Altdorf rettet“ bietet ein Bürgergespräch im kleineren Rahmen die Möglichkeit, vom Altdorfer Seenotretter Gerald Karl Erfahrungen und Informationen aus erster Hand zu erhalten. Zum Abschluss verbindet das Evangelische Dekanat traditionsgemäß den Reformationsgottesdienst in der Laurentiuskirche (gestaltet von Dekan Jörg Breu und dem Bezirksposaunenchor) mit einem anschließenden Vortrag. Sprechen wird Dr. Michael Blume unter dem Titel „Wie ich mir Deutschland im Jahr 2030 wünsche“ zur Antriebskraft von Religion für eine positive Gesellschaftsentwicklung.

Die Veranstaltenden laden alle Interessierten ein: „Seien Sie neugierig und lassen Sie sich mit uns ein auf Altdorfs erste INTERKULTURELLE WOCHEN.“
Der Flyer wird in Altdorfer Geschäften und den veranstaltenden Institutionen ausliegen.

Kontakt:
Seebrücke Altdorf:
Anke Trautmann und Susanne Pannewick
seebrücke-altdorf@posteo.de