Umfangreiche Klausur der Altdorfer Grünen mit vielen Themen

Bei ihrer diesjährigen Klausur befassten sich die Altdorfer Grünen unter anderem mit dem Marktplatz im Allgemeinen wie auch mit den hierfür erhobenen Nutzungsgebühren. Des Weiteren wurde der soziale Wohnungs-bau sowie die Umsetzung der Bürgerbeteiligung beim Graffiti-Stadtpark diskutiert. Thema war auch der Flächennutzungsplan sowie die Nutzung regenerativer Energien bzw. das Energiekonzept der Stadt Altdorf. Zum Abschluss ging es dann noch um die bereits abgeschafften Straßenausbaubei-träge (StrABS) sowie die Straßenerschließungsbeiträge (StrEBS).


Vorherrschendes Thema der Klausur der Grünen war der Marktplatz. Mit einer Charmeoffensive sollen die Grünen dazu beitragen, dass der Verkehrsraum neu gestaltet wird, schlug Jörn Amting vor. Um die Aufenthaltsqualität für alle auf dem Marktplatz deutlich zu verbessern, sollte der Durchgangsverkehr nur noch für Busse, Einsatzfahrzeuge und Zulieferverkehr gestattet werden, ergänzte Friedhelm Niggemann. Für alle anderen Fahrzeuge wäre dann die Zufahrt vom Oberen bzw. Unteren Tor aus nur noch bis zur Mitte des Marktplatzes möglich, wobei die Parkplätze weitgehend erhalten bleiben können. Norbert Wolf wies darauf hin, dass etliche Städte dies bereits erfolgreich durchgeführt haben, Beispiele sind Straubing, Neumarkt oder Lauf. Dies ist auch nötig, um mehr Lebensqualität in die Stadt zu bekommen. Die Bürger können dann in entspannter Atmosphäre einkaufen und länger in den Straßencafés bzw. bei der Gastronomie mit Außenbestuhlung verweilen. Der Umsatz für die ansässigen Geschäftsleute hat sich dadurch meist erhöht. Die „nur durchfahrenden“ Autos würden dieses Wohlbefinden erheblich stören. Viele Bürger wünschen sich einen autofreien Marktplatz, der ganz einfach zum Aufenthalt dort einlädt. Susanne Pannewick wäre es wichtig, hier noch einmal ein Meinungsbild in der Altdorfer Bevölkerung einzuholen. Dazu bedarf es allerdings der Meinung von Fachleuten, welche die Bedenken der ansässigen Geschäftsleute entkräften können. Der Arbeitskreis „Mobil mit Handicap“ muss in jedem Fall mit eingebunden werden, schlug Margit Kiessling vor, denn vor allem für Menschen mit Handicap ist die derzeitige Situation unhaltbar. Zusätzlich muss ermittelt werden, wo sich der Durchgangsverkehr dann künftig abwickeln wird. Die Umgehungsstraße muss unbedingt zur Vorfahrtsstraße aufgewertet werden, denn es kann nicht der Normalfall sein, durch die Stadt zu fahren, meint Horst Topp. Hilfreich wäre hier eine Podiumsdiskussion, um die verschiedenen Interessen beleuchten zu können und mit guten Argumenten einen entsprechenden Antrag auf Neugestaltung des Verkehrsraums im Stadtrat einbringen zu können. Gegebenenfalls wäre dies auch ein Thema für ein Bürgerbegehren, meinte Eckart Paetzold.
Wenn man die Werbewirksamkeit des schönen Altdorfer Marktplatzes weiter fördern will, müssen nach Ansicht der Grünen die Nutzungsgebühren für Märkte deutlich gesenkt werden. In anderen Städten wird maximal ein Drittel vom Altdorfer Satz verlangt.
Der Ausbau des Graffiti-Stadtparks muss, auch im Sinne des erfolgreichen Bürgerbegehrens, unbedingt gemeinsam mit den Bürgern und vor allem der BI Graffiti erfolgen. Albert Kraus wünscht sich hier, dass dieser Park nicht überfrachtet wird, sondern möglichst eine grüne Lunge bleibt. Hierzu führte er den Rossweiher als Negativbeispiel an, mit dem Bau des Stegs und dem Entfernen des Schilfs hat dieser seine natürliche Schönheit verloren und wurde und noch dazu zu einem Gefährdungspotential für Kleinkinder.
Zum Thema alternative Energien hoffen die Grünen, dass die Windräder bei Eismannsberg baldmöglichst gebaut werden können, nachdem die Flurneu-ordnung nun endlich abgeschlossen ist. Den Eismannsbergern ist durch diese Verzögerung ein immenser materieller Schaden entstanden, stellte Albert Kraus fest. Wäre man sich früher einig gewesen, hätten alle Grundstücks-eigentümer, nach dem Offenhausener Modell, über viele Jahre, als die Einspeisevergütung noch wesentlich höher war als heute, bereits hohe Pachterträge erzielen können.
Den Vorschlag, Klärschlamm im Nürnberger Land selbst zu entsorgen und damit eine Biogasanlage zu betreiben, unterstützen die Grünen ausdrücklich. Das Energiekonzept der Stadt Altdorf und beim Landkreis muss wieder mehr in den Fokus gerückt und auch umgesetzt werden.
Die Grünen begrüßen es außerordentlich, dass man im derzeitigen Flächen-nutzungsplan, nach Angaben der Regierung die neu ausgewiesenen Flächen deutlich verringern muss, um den Flächenverbrauch in Grenzen zu halten. Für die Lebenshilfe gibt es nach Meinung von Horst Topp verschiedene Grundstücke, um das beim Pfaffental von der Stadtratsmehrheit abgelehnte Wohnprojekt doch noch in Altdorf realisieren zu können. Eines davon ist bereits in der engeren Wahl – es ist wichtig, dass die Lebenshilfe auch weiterhin in Altdorf Projekte realisiert.

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1 Kommentar

  1. Altdorfer

    „in entspannter Atmosphäre einkaufen“. Aha. Welche Geschäfte am Marktplatz in Altdorf bieten ein Sortiment, bei dem „Entspannung“ Thema ist ? Wohl die wenigsten. Ob Drogeriemarkt oder Bank, Bäcker / Metzger oder Apotheke – alle diese Betriebe decken den täglichen (Akut-)Bedarf ab – und werden von Kunden normalerweise nicht wegen „entspannter Einkaufsatmosphäre“ angesteuert.
    Warum wollen die Grünen schon wieder regulatorisches schwarz-weiss-Denken durchsetzen ?
    Warum setzen sich die Grünen nicht für den bereits vor Jahren diskutierten Vorschlag ein, den Marktplatz versuchsweise von Samstag Mittag bis Sonntag Abend für den Durchfahrtsverkehr zu sperren ?
    Dann wäre am Wochenende die Aufenthaltsqualität für die Besucher der Gaststätten gewährleistet und die Erreichbarkeit der Geschäfte mit Bedarf des täglichen Lebens unter der Woche nicht behindert. Leben – und leben lassen !
    Und wenn sich die Maßnahme bewährt, kann ja darüber nachgedacht werden, die Sperrung auch auf Zeiten unter der Woche zu erweitern – von 19.00 Uhr bis früh morgens.

    Es ist immer wieder schockierend, wie oft Politiker vergessen, Sachverhalte von allen Seiten zu beleuchten: Wie viele Tage hat das Jahr, an dem am Marktplatz in Altdorf „flaniert“ wird ? Und wie viele Tage zählen wir, an denen die Gewerbetreibenden am Markt durch das Bewirtschaften der Gebäude überhaupt den Erhalt der Struktur rund um den Marktplatz gewährleisten müssen ?
    Die selben Leute, die während ihres Besuchs im Cafe keine Autos sehen wollen, fahren raus auf die grüne Wiese, um dort einzukaufen oder bestellen per Versand.
    Leben findet dann nimmer innenStadt.

    Ach ja: Bevor jemand die Situation am Marktplatz in Altdorf mit Straubing, Neumarkt und Lauf vergleicht – bitte mal umfassend informieren über Branchenmix und Rahmenbedingungen und die Folge von Sperrungen … und dann bitte bessere Vergleiche suchen …

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