Graffiti-Areal: Dieser abgelehnte Plan von 2014 wäre eine gute Lösung gewesen

20. September 2017 von Christian Lamprecht. Schlagworte: ,
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Die Eigentümerin des Graffiti-Areals, die Fa. Inselkammer, reichte bereits 2014 beim Stadtrat eine Bauvoranfrage ein. Der Altdorfer Architekt Martin Pöllot entwickelte in ihrem Auftrag einen Vorschlag, bei dem sich die geplanten Gebäude an die Umgebung anpassen und der Baumbestand größtenteils erhalten bleibt. Das Konzept wurde mit dem renommierten Baum-Experten Bodo Siegert abgestimmt.

Die „Anmutung“ der dargestellten Gebäude ist weitaus weniger monumental, weil nicht einfach ein riesiger zusammenhängender Block geplant wurde, sondern voneinander getrennte bzw. gestaffelte Baukörper.
Die Situierung weiter unten auf dem Grundstück (ca 3,75m tiefer als der Fußweg Baudergraben) hätte außerdem bewirkt, dass die Gebäudehöhe im Ortsbild viel zurückhaltender und untergeordnet wahrgenommen worden wäre.
Zudem ist die Anzahl der Geschosse deutlich geringer als nun auf den Plänen sichtbar: unterschiedliche Gebäude mit unterschiedlichen Gebäudehöhen (zwei Geschosse plus ortsübliches Satteldach und drei Geschosse plus Satteldach). Der Baukörperanteil wäre weniger als ein Drittel der Grundstücksfläche. Die Baukörperproportionen und Formen orientieren sich an der Umgebungsbebauung der historischen Wallensteinfestspielstadt Altdorf und verschandeln nicht den Zugang zur Innenstadt durch das Untere Tor. Angedacht war damals eine seniorengerechte Wohnbebauung, aber auch weitere Nutzungen wie z.B. ein Kinderhort, ein Mehrgenerationencafé oder ein Bürgertreff wären dort zusätzlich möglich.

Die damalige Stadtbaumeisterin Frau Reinhart (heute Kreisbaumeisterin) bestätigte, dass die Planung von der Bauverwaltung geprüft und als genehmigungswürdig befunden wurde, weil sie sich nach Art und Umfang in die Umgebungsbebauung einpasst und die baurechtlichen Anforderungen erfüllt.

Trotzdem wurde die Planung vom Stadtrat geschlossen abgelehnt, u.a. weil die Bebauung zu dicht wäre. Der Stadtrat beauftragte daraufhin Prof. Kress damit, einen Bebauungsplan zu entwerfen, der das Gelände behutsam entwickelt. Dieser Bebauungsplan Nr. 40 wurde dann vom Stadtrat einstimmig verabschiedet und wird heute noch vom Bürgerbegehren gewollt. Die CSU und FW/UNA haben allerdings ihre Meinung plötzlich geändert und wollen jetzt mit ihrem Ratsbegehren eine massive Bebauung mit einer Seniorenwohnanlage ohne Erhalt der alten Bäume und der Grünfläche.

Heute würden sich wahrscheinlich viele Altdorfer darüber freuen, wenn dieser Plan 2014 genehmigt worden wäre…

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