Ernten was man sät: Urban Gardening in Altdorf

Urban Gardening – das hippe Gemeinschaftsgärtnern ist bisher aus Großstädten bekannt, in denen sich die Bürger zwischen den Betonwüsten der Stadt kleine Grünflächen zur Selbstverwaltung zurückerobern. Jetzt startet auch im grünen Altdorf ein solches Projekt; wobei die Akteure mehr lockt, als nur das säen und ernten.

Aus vereinzelten Balkon- und Schrebergärtnern ist in den letzten Jahren eine richtige Bewegung geworden. In den verschiedensten Städten dieser Welt wird an allen möglichen und unmöglichen Orten gebuddelt, gepflanzt und geerntet. Auf Dächern, Grünstreifen und Brachflächen werden Tomaten gesetzt und Blumen gezüchtet. Mit jedem Beet und jedem Pflanzkübel wird nicht nur ein Stück Natur zurückgeholt, der entschleunigte Betrieb eines Gartens bildet auch einen gelungenen Ausgleich zum schnelllebigen Alltag.

„Auf die Idee, ein Gemeinschaftsgartenprojekt in Altdorf zu gründen, kam ich durch einen Fernsehbeitrag über die Stadt Andernach“, erzählt Hubert Schäfer, Initiator des Projekts. Das kleine Andernach, weit im Westen Deutschlands am Rhein gelegen, ist bereits so grün, dass man die Stadt essen kann. Auf städtischen Grünflächen gedeihen dort seit einigen Jahren Zucchini und Mangold, Pfirsiche und Blumenkohl und jeder Bürger darf sich beim Einkaufsbummel bedienen. „Das hat mich fasziniert“, resümiert Schäfer „und mich auf die Idee gebracht, ein solches Projekt auch in einem kleinen Rahmen in Altdorf zu starten. Denn auch wenn wir in einer sehr ländlichen Gegend wohnen, hat auch bei uns nicht jeder einen eigenen Garten oder Balkon zur Verfügung um zu gärtnern. Das ist schade.“

Über einen Bekannten wurde schnell ein 300 Quadratmeter großes Gartengrundstück an der Ziegelhütte gefunden. Dieses will nun gestaltet werden. „Bisher herrscht dort noch reger Wildwuchs. Wir befinden uns also in der Gestaltungsphase“, berichtet Hubert Schäfer. „Wir freuen uns daher über jeden Outdoor-Fan, der sein Können und Wissen in unsere Gruppe einbringen möchte. Platz für Kreativität ist gegeben und auch die Gemeinschaft soll bei uns nicht zu kurz kommen.“

Dem Gartenprojekt sind also keine Grenzen gesetzt. „Wir möchten wirklich jeden Altdorfer Bürger ansprechen mit uns zusammen zu gärtnern, zu ernten und anschließend unsere regionalen Produkte zu essen. Ich denke hier kann wirklich jung von alt und umgekehrt profitieren. Wir heißen jeden willkommen und wir freuen uns schon jetzt auf zukünftige nette Abende mit Gegrilltem und unserem eigenen Gemüse.“

Auch die Trendforscherin Silke Borgstedt vom Heidelberger Sinus-Institut weist auf viele wohltuende Nebeneffekte des Gärtnerns hin. Unter dem Begriff des „Re-Grounding“ beschreibt sie den Wunsch nach neuer Erdung in einem immer komplizierter werdenden Umfeld. „Statt den Anforderungen von außen hinterher zu hecheln, möchte man Dinge selbst vorantreiben und gestalten“, sagt Borgstedt. Beim Gärtnern legen Menschen Ihre passive Rolle ab und können aktiv gestalten. Die Ergebnisse Ihrer Arbeit in Form von Obst und Gemüse oder einer blühenden Wildblumenwiese werden sichtbar und die gemeinschaftliche Tätigkeit verbindet und macht glücklich.

Wer sich dem Gartenprojekt in Altdorf aktiv anschließen möchte, kann am Donnerstag, 29. März, 19 Uhr, in den Räumen des Bürgertreffs, Obere Wehd 2, an einem ersten Planungstreffen teilnehmen. Unter der Rufnummer 0160/93449733 erteilt Hubert Schäfer gerne Auskunft. Auch Spenden sind erwünscht. „Falls jemand in der Frühlingszeit in seinem Schuppen oder Keller Gerätschaften findet, die er nicht mehr benötigt – bei uns sind sie gut aufgehoben“, erwähnt Schäfer. „Rufen Sie mich einfach an!“

Text von Frau Ina von Seckendorff, Pressesprecherin des Bürgertreff Altdorf e.V.
Das Foto ist nur ein Beispiel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.